Lars Eckhoff, Geschäftsführer Benity GmbH, Versicherungsmakler und Fan von Mitarbeiterbenefits.

Warum Personalverantwortliche intern mitteilen sollten, dass die Firma neue Teammitglieder sucht. Eine Geschichte aus meinem Alltag.

Das Vorab: Die Geschichte mag Ihnen banal vorkommen, ist aber genauso passiert. Es zeigt mir, dass es sich lohnt, auch im engsten Kollegenkreis zu erwähnen, dass man Mitarbeiter sucht.

Unternehmen geben viel Geld für das Recruiting aus. Ebenfalls ist es teuer, Mitarbeiter einzuarbeiten. Genauso teuer ist es, Aufträge durch fehlende Teammitglieder ablehnen zu müssen. Deshalb sollte allen bewusst sein, dass man auf einer gemeinsamen Mission ist.

Ich wollte eigentlich nur weiterhelfen

Jeden Morgen, wenn ich ins Büro fahre, fahre ich an einem Unternehmen aus der Gartenbaubranche vorbei. Eines Morgens fiel mir ein Plakat auf, welches deutlich erkennbar zur Straße aushing. Es war ein Plakat, auf dem das Unternehmen darauf hinwies, dass es neue Mitarbeiter sucht. Aufgedruckt waren die Vorteile wie „pünktlich Feierabend“ und auch eine Telefonnummer, bei der man sich bewerben kann.

Auch nach einigen Wochen (und noch heute) hängt dieses Plakat aus. Mit unserem Team planten wir einen Recruiting Workshop, zu dem wir bestehende Firmenkunden einluden und auch Unternehmen, mit den wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen konnten. In einem Meeting besprachen wir nähere Details und luden unsere Kunden hierzu ein. Am nächsten Morgen –auf dem Weg ins Büro- sah ich wieder dieses Plakat und entschloss mich, das Unternehmen einzuladen. Im Büro angekommen, wählte ich die Telefonnummer des Plakats (die kannte ich mittlerweile auswendig). Es ging niemand ans Telefon. Wenige Stunden später rief ich wieder an und es ging wieder niemand ans Telefon. Und was soll ich Ihnen sagen: So ging es über Tage.

Einfach, aber effektiv: Es ist von Vorteil für alle, wenn das gesamte Team in Kenntnis gesetzt wurde, dass man neue Mitarbeiter sucht.

Mein Bekannter wollte es nicht glauben

Ich habe einen Freund, der im Medienvertrieb tätig ist und der mich regelmäßig auf eine Tasse Kaffee besucht. Bei einem Besuch fragte er mich, woran ich derzeitig arbeite. Wir kamen relativ schnell auf das Unternehmen zu sprechen. Nach meinen Schilderungen wirkte er perplex, aber ergriff sofort Initiative und wählte die Telefonnummer des Unternehmens. Richtig, niemand ging ans Telefon.

Am Abend klingelte mein Telefon

Abends klingelte dann mein Telefon. Es war mein Freund. Er berichtete mir, dass ihn das Ganze nicht losgelassen und er deshalb dem Unternehmen einen Kaltakquise Besuch abgestattet hätte. Genauso irritiert wie ich war, war ich gespannt auf das Ergebnis. Mein Bekannter berichtete mir, dass die Dame im Büro –die auch die Anrufe entgegen nimmt- sehr freundlich auf seinen Besuch reagiert habe. Er wies sie darauf hin, dass er vorab angerufen habe, aber niemand ans Telefon gegangen sei. Und was glauben Sie, was die Antwort der Dame war? Sinngemäß sagte sie, dass das mit dem Annehmen von Telefonaten nicht immer umsetzbar sei, denn es sei so viel zu tun, weil das Unternehmen zu wenig Mitarbeiter habe.

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Die Katze beißt sich in den Schwanz

Ein Teufelskreis. Nehmen wir an, Sie sind der Chef des Unternehmens. Wie würden Sie das finden? Was wäre, wenn ich oder auch mein Bekannter Bewerber gewesen wären? An dieser Stelle verbrennen Unternehmen Geld und alle Marketingmaßnahmen verpuffen. Das ist sehr ärgerlich! Für mich ist eines der Learnings aus dieser Geschichte ist: Alle Touchpoints mit Bewerbern, in diesem Fall die Zentrale, müssen über die Wichtigkeit Bescheid wissen bzw. müssen bzgl. Ihrer Rolle im Recruiting Prozess gebrieft werden. In diesem Fall ganz konkret: Gehen Sie bei einer Bewerberhotline ans Telefon.

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